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General als Präsidentschaftskandidat

Honduras Militär setzt auf demokratische Teilhabe. Auf ihrer heutigen Titelseite vermeldete die honduranische Tageszeitung La Tribuna die Kandidatur von General Romeo Vásquez für die Präsidentschaftswahlen 2013. Die rechtskonservative »Patriotische Allianz für Honduras« (APH), für die der Ex-Oberbefehlshaber der Streitkräfte des mittelamerikanischen Landes ins Rennen geht, hatte am Dienstag die Nachweise nötiger formaler Voraussetzungen beim Nationalen Wahlgericht vorgelegt und damit ihre Registrierung als Partei eingereicht.

Größte Hürde für die neugegründete APH, dessen Führungspersonal sich zum Großteil aus Ex-Generälen und Oberstleutnants zusammensetzt, waren vor allem die erforderlichen Unterstützer-Unterschriften. Die eingereichten 92.000 Unterschriften wird das Wahlgericht binnen 20 Tagen prüfen, so Wahlgerichtsleiter Enrique Ortez Sequeira. Vásquez, der heute die staatliche Telefongesellschaft Hondutel leitet, war nicht zum Ortstermin erschienen.

Bereits Ende Oktober hatte die nach dem Staatsstreich 2009 entstandene Widerstandsbewegung »Nationale Front des Volkswiderstandes« (FNRP) ihre Registrierung als Partei beantragt. Das Bündnis »Freiheit und Neugründung« (LIBRE) schickt die Frau von Ex-Präsident Manuel Zelaya, Xiomara Castro ins Rennen um das Präsidentenamt. Bei den Wahlen 2013 werde sich herausstellen, wer den meisten Rückhalt in der Bevölkerung habe, so Zelaya. »An den Urnen sehen wir uns in die Augen«, so die Kampfansage an den APH-Politiker.

Ende Juni 2009 hatte Zelaya als amtierender Präsident Vásquez wegen Befehlsverweigerung als Chef der Streitkräfte entlassen. Dieser wurde daraufhin zur treibenden Kraft hinter dem Staatsstreich gegen Zelaya am 29. Juni. Nach seiner Widerbestellung durch das Oberste Gericht garantierte der 54-Jährige die Einsetzung der De-Facto-Regierung von Zelayas Parteigenossen und Konkurrenten Roberto Micheletti. Die Micheletti-Junta war von der internationalen Gemeinschaft zu keinem Zeitpunkt anerkannt und als Staatsstreich scharf verurteilt worden. (bb)