Chile |

Geistliche prangern Polizeigewalt gegen Mapuche-Kinder an

Katholische Geistliche in Chile haben in einem offenen Brief die Polizeigewalt gegen indigene Kinder angeprangert. In dem von zahlreichen Priestern und Ordensschwestern unterzeichneten Schreiben heißt es, die Kinder der Mapuche seien zu Boden gestoßen, aus ihren Betten gerissen und mit Waffen bedroht worden. All dies sei vor den Augen ihrer Eltern geschehen. Ihnen seien die Mobiltelefone, Computer und andere persönliche Gegenstände abgenommen worden. Die Polizei habe die Kinder unter massiver Gewaltandrohung befragt.

"Mit großer Sorge und Schmerz fühlen wir uns erneut in der Pflicht die Stimme zu erheben, um die Gewalt der Polizei gegen die Mapuche-Kinder in Araucania bekanntzumachen", heißt es in dem Brief, der auf der Internetseite "Mapuexpress" veröffentlicht wurde. Leider würde sich die Gewalt der Polizei und Staatsanwaltschaft fortsetzen, obwohl die Gerichte zuletzt diesen Missbrauch klar verurteilt hätten, schreiben die Geistlichen weiter. Die staatliche Kinderschutzbehörde SENAME forderte die Geistlichen auf, die Vorfälle zu verurteilen und sich stärker für die Rechte von Mapuche-Kindern einzusetzen.

Seit Wochen kommt es in Chile immer wieder zu Unruhen, weil die Mapuche ihre Rechte einfordern. Zuletzt hatte eine Versammlung von Mapuche-Gemeinden vom chilenischen Staat eine Entschuldigung sowie Entschädigungszahlungen für die in den vergangenen 130 Jahren begangenen Vergehen gegen die Mapuche-Kultur gefordert und eine autonome Regierung ausgerufen. (TK)