Venezuela |

Geheimdienst nimmt Guaidó-Vertrauten fest

 

Der Vize-Präsident der von der Opposition dominierten Nationalversammlung, Edgar Zambrano, wurde in der Hauptstadt Caracas festgenommen. Begründung: Er habe Juan Guaidó bei dessen Umsturzversuch unterstützt.

Edgar Zambrano (l.) ist einer der engsten Vertrauten des selbsternannten Interimspräsidenten Guaidó (r.) (Foto: picture-alliance/dpa/AP Photo/File/F. Liano)

Guaidó verurteilte die Festnahme seines Stellvertreters als Präsident der Nationalversammlung. "Wir warnen das Volk Venezuelas und die internationale Gemeinschaft: Das Regime hat den ersten Vize-Präsidenten (der Nationalversammlung) entführt", schrieb Guaidó. Es versuche, "die Kraft zu zerstören, die alle Venezolaner vertritt". Dies werde aber scheitern.

Zambrano selbst hatte kurz vor seiner Festnahme auf Twitter geschrieben, dass Agenten des Geheimdienstes Sebin sein Fahrzeug vor dem Sitz seiner Partei umstellt hätten. "Als wir uns geweigert haben auszusteigen, haben sie einen Kran geholt, um uns mit Gewalt direkt nach Helicoide (Geheimdienstzentrale) zu bringen.

Hochverrat und Verschwörung lauten die Vorwürfe

Edgar Zambrano ist einer von inzwischen insgesamt zehn Oppositionsabgeordneten, gegen die wegen ihrer Unterstützung des gescheiterten Aufstands vom 30. April Strafverfahren wegen "Hochverrats" und "Verschwörung" eingeleitet wurden. Die von der Regierung kontrollierte verfassungsgebende Versammlung hatte seine parlamentarische Immunität bereits am Dienstag aufgehoben.

Guaidó liefert sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf mit dem amtierenden Staatschef Nicolás Maduro. Guaidó wird von rund 50 Staaten, darunter Deutschland, als Übergangspräsident anerkannt. Maduro wird unter anderem von Russland unterstützt.

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