Argentinien |

Geheimakten der Militärjunta entdeckt

In einem ehemaligen Luftwaffengebäude in Buenos Aires wurden 280 Geheimakten der Militärjunta entdeckt, die das Land von 1976-1983 brutal regierte. Die insgesamt 1.500 Seiten enthalten Protokolle aller Versammlungen der Junta und stellen somit die ersten Unterlagen dar, die die gesamte Regierungszeit des Regimes abdecken. Neben den Protokollen enthalten die Akten außerdem detaillierte Regierungspläne bis zum Jahr 2000.

Weiterhin sind mehrere „schwarze Listen“ gefunden worden, auf denen 300 Künstler und Intellektuelle zu finden sind. Namen, wie der der Sängerin Mercedes Sosa oder des Schriftstellers Julio Cortar, wurden auf diesen Listen in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, je nachdem wie gefährlich die Junta sie einschätzte. Noch ist nicht klar, ob die Unterlagen auch dabei helfen können, die Fälle der zahlreichen bis heute verschwundenen Argentinier aufzuklären. Viele Familien wissen immer noch nicht, was mit ihren Angehörigen passiert ist.

30.000 Menschen wurden Opfer der Diktatur

Das Militär kam 1976 durch einen Putsch gegen die damalige Präsidentin Isabel Peron an die Macht und regierte Argentinien sieben Jahre lang. Die Militärherrschaft gilt als eine der brutalsten des Kontinents. Zahlreiche Menschen wurden zu Gegnern der Diktatur erklärt und mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass das Militär zwischen 1976 und 1983 30.000 Menschen umbrachte. Die argentinische Justiz hat erst in den letzten Jahren begonnen, die Verbrechen der Junta aufzuarbeiten und mehrere ehemalige Militärs verurteilt. (aj)