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Gedenken an Òscar Romero

In vielen Ländern gedachten die Menschen und die katholische Kirche an diesem Wochenende dem ehemaligen Erzbischof von San Salvador Òsacr Romero. In seinem Heimatland begangen die Menschen seinen Todestag mit einer Wallfahrt zu seinem Grab und hielten dort eine Mahnwache ab. Im Dom von San Salvador gab es einen Gedenkgottesdienst für den vor 32 Jahren ermordeten Befreiungstheologen. Ehemalige Kombattanten, die die Kirche aus Protest für die Einhaltung des vor 20 Jahren unterzeichneten Friedensabkommens besetzt halten, gaben den Dom zu diesem Zweck frei.

Auch in Europa und Nordamerika wurden zahlreiche Gottesdiente zu Ehren von Òscar Romero abgehalten. In der Londoner St. Martins Kirche auf dem Trafalger Square gedachten beispielsweise hunderte Menschen dem Leben des ehemaligen Erzbischofs. Im schweizerischen Luzern kamen rund 100 Teilnehmer zum jährlichen Romero-Kongress zusammen. Unter dem Motto „So fern von Gott, so nah den USA“ diskutierten sie die aktuellen politischen Themen der Region. Im Zentrum standen dabei die Beziehung zwischen Lateinamerika und den USA sowie die aktuelle Lage in Honduras. In Hamburg begehen zahlreiche Organisationen, unter anderem Amnesty International, das Instituto Cervantes und die Lateinamerika-Studien der Universität Hamburg, die 25. Romero Tage. Die Organisatoren nehmen den Todestag des Theologen zum Anlass, um auf Menschenrechtsprobleme und den Kampf gegen diese im heutigen Lateinamerika hinzuweisen. Vom 20. März bis zum 15. April werden zahlreiche Ausstellungen und Filme gezeigt. Außerdem gibt es mehrere Podiumsdiskussionen zu unterschiedlichen Themen.

Òscar Romero setzte sich Zeit seines Lebens für mehr soziale Gerechtigkeit und die Einhaltung der Menschenrechte in seinem Heimatland ein. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch die Repressionen und die Politik der damals regierenden Militärjunta. Er wurde am 24. März 1980 bei einer Predigt in einer Krankenhauskapelle in San Salvador erschossen. Der Mord war von den Militärs in Auftrag gegeben worden. Òscar Romeros Tod gilt als einer der Auslöser für den 12 Jahre andauernden Bürgerkrieg in El Salvador. (aj)