El Salvador |

Gedenken an Bischof Romero

Mehrere Tausend Menschen gedachten am vergangenen Samstag in der Hauptstadt San Salvador der Ermordung des Erzbischofs Óscar Arnulfo Romero vor 33 Jahren. Die Romero-Stiftung und die Katholische Kirche begannen die Gedenkveranstaltungen bereits am Nachmittag auf der „Plaza de las Américas“ in San Salvador, später begaben sich die Menschen mit der traditionellen „Peregrinación de la luz“, dem Pilgermarsch des Lichts, zu Catedral Metropolitana, wo der Erzbischof begraben wurde. Die Messe wurde vom Bischof von Zacatecoluca, Elías Samuel Bolaños, gehalten.

Ermordung zu Beginn des Bürgerkrieges

Bischof Romero wurde am 24. März 1980 in San Salvador während eines Gottesdienstes in der Krankenhauskapelle der „Divina Providencia“ von einem Scharfschützen ermordet. In El Salvador tobte von 1980 bis 19992 ein Bürgerkrieg der 75.000 Todesopfer, 8.000 Verschwundene und 12.000 Kriegsverletzte forderte. Bischof Romero war für seine Anklagen gegen Unterdrückung und Ausbeutung und als Stimme der Armen weit über Mittelamerika hinaus bekannt geworden.

Schon in den Jahren vor dem bewaffneten Konflikt hatte Romero die Ungerechtigkeit im Land angeprangert und Reformen gefordert. Seine Ermordung ist bis heute straffrei geblieben. Der amtierende Präsident der linken Partei FMLN, Mauricio Funes, hatte sich 2010 erstmals im Namen des Staates für den Mordkomplott offiziell entschuldigt.

Hoffnungen auf Seligsprechung

Der Vatikan hatte 1994 einen Seligsprechungsprozess von Romero bei der zuständigen Kongregation in Rom eröffnet, der noch nicht abgeschlossen ist. Der Weihbischof von San Salvador, Gregorio Rosa Chávez, nährte nun die Hoffnung, dass mit dem neuen Papst Franziskus I. der Prozess der Seligsprechung schneller vorankommen könnte: „Kardinal Bergoglio, den ich kenne, ist ein großer Bewunderer Romeros” und der Überzeugung, dass Romero “ein Heiliger und Märtyrer” sei, so Chávez der ebenso betonte, dass das Verfahren zu respektieren sei, zitiert „El Clarín“ den Weihbischof. Johannes Paul II. hatte 1996 Romeros Grab in der Kathedrale von San Salvador besucht.

Die Gedenkfeiern zu Ehren Romeros wurden dieses Jahr vorgezogen, da der Todestag mit den Osterfeierlichkeiten zusammenfällt. (bh)