El Salvador |

Funes für höhere Strafen bei Gewalt gegen Frauen

Nach dem gewaltsamen Tod einer 15 Jahre alten Olympia-Sportlerin und dem Skandal häuslicher Gewalt eines Parlaments-Abgeordneten gegen seine Ehefrau hat sich El Salvadors Präsident Mauricio Funes am Mittwoch klar gegen Machismus, Gewalt und Frauenfeindlichkeit ausgesprochen. »Man muss den Stier jetzt ein für alle Mal bei den Hörnern nehmen«, berichtet das Online-Portal »El Diario« über eine landesweit ausgestrahlte Erklärung des Präsidenten.

Für Aufregung hatte zuletzt die brutale Ermordung der jungen Sportlerin Alisson Renderos gesorgt. Am 9. Mai war die junge Nachwuchs-Ringerin aus der zentral-salvadorianischen Region San Vicente nach dem Verlassen ihrer Schule verschwunden. Ihr lebloser Körper wurde Anfang Juni gefunden, die Justiz geht lokalen Medien zufolge von einem Bandenverbrechen aus. Auch der Skandal um Rodrigo Samayoa der Oppositionspartei GANA, der seine Frau Mireya Samayoa körperlich misshandelte, hatte in ganz Salvador eine Debatte um Männergewalt gegen Frauen entfacht.

»Diese Gewalt hat ihren Anfang dort, wo Familienväter zu Hause ihre Kinder schlagen«, erklärte Funes, dessen Sohn 2007 bei einem Raubmord in Frankreichs Hauptstadt Paris ums Leben gekommen war. »Das Schlagen von Frauen, Vergewaltigung oder der Versuch, jeder Akt körperlicher oder psychischer Gewalt, das sind keine kleinen Vergehen«, machte sich Funes gegen die weitverbreitete Bagatellisierung stark. So hatte der Parlamentarier Samayoa die Schläge gegen seine Frau öffentlich als »nicht schlimm« bezeichnet.

Polizei und Justiz forderte der Präsident darum zum harten Durchgreifen auf. Das seit 2011 bestehende »Sondergesetz für ein freies Leben ohne Gewalt« müsse durch Reformen im Strafrecht ergänzt werden, kündigte Funes die »Anhebung von Strafen« bei Gewalt gegen Frauen und Kinder an. Nationalen Statistiken zufolge trennen sich 20 von 100 Frauen wegen häuslicher Gewalt. Allein 2012 seien über 200 Frauen ermordet oder Gewaltopfer geworden. (bb)