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Fünf Sicherheitskräfte getötet

In der paraguayischen Provinz San Pedro, ca. 200 Kilometer nordöstlich von der Hauptstadt Asunción, wurden am letzten Wochenende fünf Sicherheitskräfte einer Farm getötet. Die Männer wurden laut offiziellen Angaben am Samstagabend von einer bewaffneten Gruppe entführt. Augenzeugen berichteten, dass es dabei zu einem Schusswechsel mit der Polizei kam, bei dem ein Polizist verletzte wurde. Anschließend verschwand die Gruppe im Dickicht. Am Tag darauf wurden die fünf Entführten schließlich tot aufgefunden.

Der Innenminister des südamerikanischen Landes, Fernando Vargas, macht die „Volksarmee Paraguays“ (EPP) für den Angriff verantwortlich. Vargas schloss vorerst eine Entsendung des Militärs in die Region aus, hielt sich diese Option aber für einen späteren Zeitpunkt offen: „Wir werden nicht sagen ob, an und wo das Militär eingesetzt wird, das bleibt noch zu entscheiden“. In nationalen Medien wird der Angriff als erste große Herausforderung für den am 15. August vereidigten neuen Präsidenten Horacio Cartes bezeichnet.

Die EPP ist aus der vormaligen Partei für das Freie Vaterland (PPL) entstanden. Die PPL vertrat marxistische Ansichten und trat im Jahr 2003 zur Wahl an. Im Jahr 2005 löste sie sich aber auf. Schätzungsweise 20-30 ihrer Mitglieder gründeten im März 2008 die EPP, die vornehmlich im Nordosten des Landes agiert. Die Guerilla kritisierte vor allem die Regierung von Fernando Lugo. Sie warf ihm vor, ein Vertret der Oligarchie Paraguays zu sein und die notwendige Agrarreform nicht umzusetzen. Seit ihrer Gründung verübte die EPP immer wieder Anschläge und wird als terroristische Organisation geführt.