Guatemala |

Fünf Ex-Militärs müssen vor Gericht

Der guatemaltekische Gerichtshof für Höhere Gefahren hat Ende vergangener Woche die Anklage von fünf weiteren ehemaligen Militärs genehmigt, die während der Herrschaft von Ríos Montt aktiv waren. Die Ex-Militärs werden verdächtigt für ein Massaker im Juni 1982 in Plan de Sanchez verantwortlich zu sein. Es wurde im Rahmen der Operation Victoria verübt, die in den Jahren 1982 und 1983 dazu diente, die indigene Bevölkerung in der Region strategisch zu vertrreiben. Bei der Tat kamen 256 Menschen ums Leben.

Der Gerichtshof hat 47 Überlebende des Massakers angehört und die Täter über DNA- Analysen identifiziert. Nach dieser Prüfung des Verfahrens gab die Behörde einer juristischen Anklage gegen die fünf Verdächtigen statt. Die ehemaligen Militärs werden sich nach dieser Entscheidung wegen Mord und Beihilfe zum Völkermord vor Gericht verantworten müssen.

Die Herrschaft des Diktators Ríos Montt dauerte lediglich zwei Jahre, ist aber als eine besonders grausame Diktatur in die Geschichtsbücher eingegangen. Montt war für zahlreiche Massaker in dem zentralamerikanischen Land verantwortlich und verfolgte besonders die indigene Bevölkerung. Das anstehende Verfahren gegen die fünf Verdächtigen im Fall von Plan de Sanchez ist bereits die zweite Anklage gegen ehemalige Angehörige des Regierungsapparats von Montt. Bereits im Juli dieses Jahres wurden vier Ex-Militärs wegen Mord zu mehr als 6000 Jahren Haft verurteilt.(aj)