Kolumbien |

Friedensverhandlungen gehen weiter

Die Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) gehen seit diesem Dienstag, 11. Juni, weiter. Nachdem sich die Delegationen der beiden Parteien am 26. Mai auf die Durchsetzung einer Landreform geeinigt haben, wenden sie sich nun dem zweiten Punkt der Agenda zu. Die Verhandlungen werden sich nun darauf konzentrieren, die politische Partizipation der FARC-Rebellen in der Zukunft zu erörtern.

FARC fordert öffnung des politischen Systems

In der zehnten Runde der Friedensgespräch geht es darum, zu diskutieren, wie die bewaffnete Guerilla sich zu einer politischen Partei entwickeln kann, die in Zukunft am demokratischen Prozess in Kolumbien teilnimmt. Andres Paris von der FARC-Delegation wies jedoch darauf hin, dass das kolumbianische politische System derzeit von zwei großen Parteien dominiert wird. Vor diesem Hintergrund sei es schwierig für die Rebellen, tatsächlich gewählt zu werden und somit Teilhabe am politischen Prozess in dem südamerikanischen Land zu haben. Paris forderte eine Erweiterung des politischen Spektrums in Kolumbien. „Wir haben für eine demokratische öffnung gekämpft und das eingeschränkte Zwei-Parteien-System konfrontiert“, so Paris. Darüber hinaus hatte die FARC vorgeschlagen, die für 2014 angesetzten Wahlen zu verschieben und eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. Dies hatte die Regierung allerdings abgelehnt.

Nach der Übereinkunft beider Verhandlungsparteien über die Landfrage bewerten Beobachter die Chancen eines erfolgreichen Abschlusses der Gespräche so gut wie noch nie zuvor. Die für den seit mehr als 50 Jahre andauernden Konflikt ursächlich geltende Landfrage war demnach der schwierigste Punkt auf der Agenda. Juan Manuel Santos machte erneut deutlich, dass er die Verhandlungen zum Ende dieses Jahres abschließen möchte und dies auch für möglich halte. (aj)