Kolumbien |

Friedensgespräche gehen weiter

Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem kolumbianischen Staat und der linksgerichteten Guerilla-Organisation „Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee“ (FARC) in der kubanischen Hauptstadt La Habana ist über die Drogenproblematik in der 48-Millionen-Einwohnernation gesprochen worden.

Beim Auftakt einer neuen Gesprächsrunde am Donnerstag, 28. November, nahm FARC-Verhandlungsführer Iván Márquez Stellung zur Beziehung zwischen Drogen und Politik. Der Drogenhandel habe „das gesamte gesellschaftliche Geflecht Kolumbiens durchdrungen, auch den Staat“, zitiert die kolumbianische Tageszeitung „El País“ aus einer Rede. Das illegale Geschäft mit Kokain sei eine „Büchse der Pandora“, die Gewinner seien die „weltweiten Finanzhandelsplätze“.

Das Geld vom „Drogenhandel und anderer illegaler Geschäfte haben die Finanzströme der Welt und der nationalen ökonomien kontaminiert“, so Márquez zum „komplexen Problem, dessen Lösung Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft“ bedürfe. Der Kampf gegen Drogen dürfe nicht „auf dem militärischen Weg“ und auf dem „Rücken der Schwächsten“ ausgetragen werden. Es müsse unterschieden werden zwischen Koka-Konsum gegen Hunger und Mangelerscheinungen und Kokain, das für die „Weltgesundheit ein großes Problem“ darstelle.

„Wir wollen ländliche Regionen ohne Koka, unsere Bauern sollen den Anbau definitiv hinter sich lassen“, forderte Regierungsführer Humerto de la Calle auf einer Pressekonferenz am Mittwoch und schloss sich damit Kolumbiens Präsident Manuel Santos an, der für eine Null-Kokapolitik steht. Koka habe nur „Gewalt, Armut und Ausgrenzung“ gebracht. Die FARC-Guerilla hat ihren bewaffneten Kampf unter anderem mit Drogenhandel finanziert. (bb)