Honduras |

Frauenorganisation fordert UN-Kommission gegen Straffreiheit

In einem am 20. September veröffentlichten Kommuniqué fordert die oppositionelle Frauenorganisation „Feministinnen im Widerstand“ von den Vereinten Nationen die umgehende Einsetzung einer internationalen Kommission gegen Straffreiheit in Honduras. Auch die Organisation Amerikanischer Staaten OAS und das mittelamerikanische Staatenbündnis SICA werden aufgerufen, sich aktiv für die Gewährleistung der Menschenrechte in Honduras einzusetzen.

Die Gewalt habe seit dem Staatstreich in Honduras im Juni 2009 stark zugenommen. Allein in den ersten beiden Monaten nach dem Putsch seien 51 Frauen ermordet worden, so die Frauenorganisation. Jüngster Fall ist die Ermordung der 46-jährigen Gewerkschafterin Juana Suyapa Bustillo in San Pedro Sula am 17. September. Suyapa war Regionalvorsitzende der Gewerkschaft der honduranischen Sozialversicherungsanstalt SITRAIHS. Erst am vergangenen 7. August war die Bauernaktivistin Teresa de Jesús Flores Elvir in der Nähe der Stadt Siguatepeque ermordet worden. Beide Frauen waren auch in der oppositionellen Nationalen Widerstandsfront FNRP aktiv.

„Wir machen die von Porfírio Lobo angeführte Regierung für die Zunahme der Gewalt und die Verletzung von Frauenrechten verantwortlich“, erklären die Feministinnen. Sie kritisieren außerdem Verfolgung, sexualisierte Gewalt, psychische Folter und eine steigende Zahl von Feminiziden (Frauenmorden) in Honduras.

Seit der Amtsenthebung von Präsident Manuel Zelaya durch den Staatsstreich sind vor allem Angehörige der Widerstandsbewegung Opfer von Gewalt und Folter geworden.
Die meisten Fälle bleiben straffrei. (bh)

Quelle: Adital