Argentinien, Nicaragua |

Frauenmorde: Täter zu lebenslanger Haft verurteilt

Rosa Kreuze vor der Staatsanwaltschaft in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez erinnern an die vielen verschwundenen Mädchen und Frauen (Symbolbild). Foto: Adveniat/Escher
Rosa Kreuze vor der Staatsanwaltschaft in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez erinnern an die vielen verschwundenen Mädchen und Frauen (Symbolbild). Foto: Adveniat/Escher

Ein argentinisches Gericht hat Alejandro Bejeneta des Mordes an seiner ehemaligen Partnerin für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der 54-Jährige hatte Gabriela Parra im Mai 2015 in einem Restaurant vor zahlreichen Augenzeugen erstochen, als ein Streit mit ihr eskalierte. Die Ex-Freundin Bejenetas hatte sich geweigert, erneut eine Beziehung mit ihm einzugehen. Das Strafmaß beinhaltete auch, dass Bejeneta keine Bewährung beantragen kann, bevor nicht 35 Jahre seiner Strafe abgegolten sind.

Das Gericht setzt mit diesem Urteil ein Zeichen gegen die massive Gewalt an Frauen in Argentinien. In dem südamerikanischen Land wird alle 18 Stunden eine Argentinierin Opfer von Gewalt. Allein in den letzten Monaten haben zwei Fälle von Mord an jungen Frauen für landesweite Erschütterung und Massenproteste in Buenos Aires gesorgt. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen fordern die Regierung immer wieder dazu auf, der Gewalt Einhalt zu bieten und die Täter konsequent zur Verantwortung zu ziehen.

Pastor in Nicaragua für schuldig befunden

Das Problem der Femizide ist kein argentinisches. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas ist Gewalt gegen Frauen an der Tagesordnung. Häufig bleiben die Verbrechen ungesühnt. Anders bei einem brutalen Mord, der im Februar in Nicaragua verübt wurde. Damals hat der Pastor Juan Rocha gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden Vilma Trujillo García erst gefoltert und anschließend in ein Feuer geworfen. Die 25-Jährige erlag wenige Tage später im Krankenhaus ihren Verbrennungen, die über 80 Prozent ihres Körpers betrafen.
Rocha wurde des Mordes für schuldig befunden, obwohl er immer wieder beteuerte, dass es sich bei dem Vorfall um einen Unfall gehandelt habe. Das genaue Strafmaß wird am 9. Mai verkündet. (aj)