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Frauen-Proteste gegen Agrargifte

In Brasilien wächst der Protest gegen die Verwendung von Agrargiften. Mehr als 15.000 Brasilianerinnen nahmen zwischen dem 24. Februar und dem 8. März, dem Weltfrauentag, an Aktivitäten teil. Organisator war die internationale Bewegung Via Campesina, welche für die Interessen von Kleinbauern und Landarbeitern kämpft. Die Proteste fanden in zehn der 26 brasilianischen Bundesstaaten statt. Es schlossen sich auch Mitglieder städtischer Frauenbewegungen an.

1 Milliarde Liter Gift

Brasilien führt seit 2009 die Liste der Länder mit dem größten Verbrauch an Agrargiften an. Über eine Milliarde Liter Gift wurden für die letzte Ernte aufgewandt. Die Demonstrantinnen machten die öffentlichkeit auf die Schäden aufmerksam, welche der Gesundheit des Menschen und der Umwelt entstehen. Zugleich wurde die Regierung dazu aufgefordert, die Agrarreform entschiedener anzupacken und entsprechend Enteignungen vorzunehmen.

Verbreitete Gewalt gegen Frauen

Die Frauen protestierten auch gegen die generelle Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt und prangerten Machismus und Gewalt an. Eine Untersuchung hatte kürzlich ergeben, dass 48 Prozent der befragten Männer einen Freund oder Bekannten haben, der seine Partnerin schon einmal geschlagen hat. (bs)

Quelle: púlsar