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Frauen auf dem Feld

Rund 50 Prozent der arbeitenden Frauen in Lateinamerika sind Bäuerinnen. Am höchsten sei der Anteil mit 70 Prozent in Bolivien, mit 25 Prozent am niedrigsten in Chile, gab am Wochenende Marcela Ballara von der »Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation« (FAO) der Vereinten Nationen bekannt.

»Viele Frauen, die in der Landwirtschaft arbeiten werden nicht bezahlt, vor allem die jüngeren Frauen, sie verstehen ihre Arbeit als Familienhilfe«, so die FAO-Beraterin. Der Frauenanteil sei in Lateinamerika »normal«, in Afrika und Asien seien es bis zu 80 Prozent, urteilt Ballara. Boliviens Ministerin für Ländliche Entwicklung, Nemesia Achacollo, wies auf die tragende Rolle der Frauen in der Wirtschaft hin. »Es sind die bolivianischen Frauen, die den Binnenmarkt garantieren, weil viele auf dem Land und in indigenen Gebieten leben«, so die Ministerin gegenüber der Nachrichtenagentur EFE.

In einem vergangene Woche vorgestellten FAO-Bericht wurde Lateinamerika in Sachen Hungerbekämpfung gelobt. Außer in Haiti habe sich die Ernährungssicherheit deutlich verbessert. Dennoch seien die Länder des Südens weiterhin höchst anfällig für externe Krisen, so das Papier. Beim heute in Rom beginnenden FAO-Welternährungsgipfel wurde bekannt gegeben, dass global rund 925 Millionen Menschen an Unterernährung leiden, die meisten in Afrika und Asien. (bb)