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Forscher: Klimawandel trifft Karibik mit voller Wucht

Der Klimawandel droht nach den Worten des Chemikers Ulric O´Donnell Trotz die Tier- und Pflanzenwelt in Mittel- und Südamerika massiv zu verändern. "Nur ein Grad mehr Wärme im Ozean bedeutet bereits, dass die meisten unserer Fischarten aus der Karibik in kältere Gewässer auswandern", sagte der Vizedirektor und wissenschaftliche Berater des Caribbean Community Climate Change Center in Belize der "tageszeitung" am Montag, 30. September. Die Region beziehe jedoch 80 Prozent ihrer Proteine aus dem Meer. "Stellen Sie sich vor, welchen Einfluss das auf unser Leben und auf unsere Gesundheit hat."

Schon jetzt nähmen Dürren und extremer Starkregen vielerorts zu, sagte Trotz weiter. "Bei Überschwemmungen mit intensivem Regen kann man heute in zwei oder drei Tagen so viel Niederschlag bekommen wie sonst in drei Monaten." Steige der Meeresspiegel wie von Experten vorhergesagt bis 2100 um 90 Zentimeter, bedeute das für die Länder der Region eine Katastrophe. So lebten in Guyana an der Nordostküste Südamerikas 90 Prozent der Bevölkerung auf Land, das 1,80 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Kosten für Umsiedelungen und Eindeichungen könnten Schätzungen zufolge bereits im Jahr 2030 zwischen 20 und 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Auf die Frage, was die Karibik wohl im Jahre 2050 noch von dem Paradies habe, das viele Europäer mit ihr verbinden, antwortete Trotz: "Wenn die Strände und die Kokosnüsse verschwinden, dann wird sich auch das Image ändern. Unsere Inseln sind eine wunderschöne Region, die wir gern so erhalten würden. Aber wir müssen eine neue Karibik planen." - Am vergangenen Freitag hatte der Weltklimarat seine neuesten Daten veröffentlicht. Demnach schreite die Erwärmung der Erde weiter voran.

Quelle: KNA