Chile |

Forensiker sehen Krebs als Todesursache von Neruda an

Eine forensische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der chilenische Dichter Pablo Neruda (1904 bis 1973) an Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium starb und nicht einem Mord zum Opfer fiel, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur. Einen Mord hatte die kommunistische Partei Chiles vermutet und mit einer Klage die Exhumierung des nur wenige Tage nach dem Staatsstreich gegen Präsident Salvador Allende verstorbenen Diplomaten und Künstlers Neruda erreicht.

Neruda, dessen sterbliche Überreste am vergangenen 8. April exhumiert wurden, verstarb 1973 in der Klinik Santa María. Er war dort von zwei Ärzten behandelt worden, die auch Ex-Präsident Eduardo Frei (1911 bis 1982) behandelt hatten. Bei Frei war 2006 nachträglich eine Vergiftung festgestellt worden. Gegen die Ärzte hat Richter Mario Carroza inzwischen Ermittlungen eingeleitet.

Klägeranwalt Eduardo Contreras erklärte jedoch gegenüber Pressevertretern, die Todesursache stehe noch nicht zweifelsfrei fest, da die Proben noch im Ausland untersucht werden sollten. Die bisherigen Untersuchungen hatte der Gerichtsmedizinische Service Chiles vorgenommen. Die Mordhypothese, die Nerudas ehemaliger Assistent Manuel Araya stützt besagt, dass der Nobelpreisträger für Literatur vergiftet worden sei, ehe er sich am kommenden Tag ins Exil nach Mexiko aufmachen konnte. (bh)