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Forderungen nach besserer Sozialpolitik am 1. Mai

Millionen Menschen in ganz Lateinamerika sind am Mittwoch auf die Straßen gegangen, um den 1. Mai zu begehen. Die größten Mai-Demonstrationen gab es in Caracas und Havanna, bei denen jeweils mehrere hunderttausend Teilneher gezählt wurden. In beiden Fällen waren die Demonstrationszüge dem verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez gewidmet. In Kolumbien standen die Märsche ganz im Zeichen der Friedensverhandlungen zwischen der FARC und der Regierung, die seit dem vergangenen Oktober anhalten.

Ausschreitungen in Chile

In vielen Ländern nutzten die Gewerkschaften den 1. Mai auch dazu, auf Missstände hinzuweisen und eine andere Sozialpolitik von ihren Regierungen zu fordern. So protestierten in Chile beispielsweise tausende Menschen für eine neues Rentensystem, eine Steuerreform und bessere Arbeitsrechte. Nach Angaben des Gewerkschaftsführerin Barba Figuera, solle vor allem die geforderte Steuerreform die hohen Ungleichheiten in dem südamerikanischen Land ausgleichen. Eine weitere Hauptforderung ist die Einführung eines nationalen Mindestlohns. Getrübt wurde die an sich friedliche Demonstration von einer Gruppe radikaler Teilnehmer. Laut der nationalen Presse habe diese Auseinandersetzungen mit der Polizei provoziert. Mehre Protestler wurden festgenommen und zwei Polizisten verletzt.

In Ecuador organsierte sowohl die Opposition als auch die Anhänger der Regierung Rafael Correas Demonstrationszüge in den größten Städten des Landes. Die von vielen befürchteten und mit einem hohen Aufgebot an Polizei antizipierten Auseinandersetzungen der Gruppen blieben jedoch aus. Der Tag verlief komplett friedlich. Auch in Argentinien gab es mehrere Demonstrationen die von unter-schiedlichen Gewerkschaften organsiert wurden. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.(aj)