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Flut: Zwei Kinder sterben wegen fehlender Versorgung

Regen zieht auf, in Chaco, Paraguay. (Foto: Adveniat/Jürgen Escher)

Die anhaltenden starken Regenfälle in Paraguay bedrohen besonders indigene Gemeinden auf dem Land. Wie der Nachrichtensender und Adveniat-Partner „Radio Pa'i Pukú“ berichtet starben in der vergangenen Woche im Departamento Hayes zwei indigene Kinder, weil sie nicht rechtzeitig in ärztliche Behandlung gebracht werden konnten, nachdem die Wassermassen die unbefestigten Straßen unbefahrbar gemacht hatten.

Das drei Jahre alte Mädchen Fabiana Meza Franco von der indigenen Maskoy-Minderheit aus der Gemeinde Casanillo im nördlichen Chaco verstarb nach mehreren Krankheitstagen an „einfachem Durchfall“, weil sie keinen Zugang zu einem Arzt bekam, so „Radio Pa'i Pukú“ am 3. Mai 2019. „Das ist die Chronik eines angekündigten Todes“, schreibt der Radiosender auf Facebook über den tragischen Tod. Die Regierung habe nicht auf die Anforderung eines lebensrettenden Hubschraubers geantwortet.

Fehlende Unterstützung für Indigene

Für die Rettung von Vieh von Großgrundbesitzern würde Hilfe kommen, nicht aber für die indigene Bevölkerung, prangert der Radiosender an. Fehlende Rettungsstellen auf dem Land, Hunger in den entlegenen indigenen Gemeinden und fehlende medizinische Versorgung seien große Probleme. Am 2. Mai 2019 hatte ein Helikopter der Armee ein 15 Jahre altes Mädchen im Distrikt Puerto Pinasco ins Krankenhaus geflogen.

Zu Ostern war der fünf Jahre alte Junge Milciades an einer unbehandelten Lungenentzündung gestorben. Örtliche Großgrundbesitzer, die ihr Geld mit Fleischexport verdienen, hatten dem Krankentransport zuvor die Durchfahrt verweigert. Die Überführung des indigenen Jungen per Hubschrauber zwei Tage später ins nächste Krankenhaus kam für das Kind zu spät. Der Radiosender „Pa'i Pukú“ ist in der entlegenen Chaco-Region oft das einzige Kommunikationsmittel. Über die Radiogeräte werden Hilfegesuche von in Not geratenen Menschen verbreitet und Beratung angeboten. (bb)

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