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Fischer-Aktion gegen Belo Monte

In der Gemeinde Altamira im brasilianischen Bundesstaat Pará protestieren am heutigen Montag die Fischer gegen das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte. Nach einer Versammlung vor dem Gebäude des Konzerns Eletronorte ziehen die Demonstranten zum Ufer des Rio Xingu, eines Nebenflusses des Amazonas, um symbolisch ein großes Netz zu weben, welches die Gemeinschaft der am Fluss lebenden Völker darstellt, die sich gegen Belo Monte zur Wehr setzen. Der Fischfang des heutigen Tages wird an die Bevölkerung verteilt.

Kulturgut Fischfang

Die Aktion bedeutet einen weiteren Höhepunkt im Widerstand gegen den geplanten Staudamm. Der öffentlichkeit soll deutlich gemacht werden, wie sehr die Flussanwohner und die Fischer vom Rio Xingu als ihrer Lebensquelle abhängen – ein Kernaspekt, den die Projektplaner bislang nach Meinung der lokalen Bevölkerung ignorieren. Der Fischfang diene nicht nur der Ernährung der Menschen, sondern sei auch ein Stück Kultur. Konkret fordern die Demonstranten einen sofortigen Baustopp von Belo Monte. Es dürfe keine Veränderung des natürlichen Verlaufes des Rio Xingu geben. Ein Sonderfonds solle dem Schutz der lokalen Bevölkerung und der Erhaltung des Flusses in seiner jetzigen Form dienen.

Umfangreiche Umsiedlungen geplant

Bei rund 70 Prozent der für Belo Monte projektierten Fläche handelt es sich um geschützte Gebiete. Entweder weil hier die acht in der Region ansässigen indigenen Völker leben, oder weil sie unter Naturschutz stehen. Experten befürchten die Auslöschung von Tierarten und eine Verringerung der Biodiversität als Folge eines Baus von Belo Monte. Die Gemeinde Altamira würde geflutet, 20 Prozent der 100.000 Bewohner droht die unwiderrufliche Umsiedlung. (bs)

Quelle: adital