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Film über die Guaran?­ ausgezeichnet

Der Film „Birdwatchers – Das Land der roten Menschen“ des chilenisch-italienischen Autors Marco Bechis hat den One World Media Award in der Kategorie „Drama“ gewonnen. Der Film nimmt die schwierige Lebenssituation der Guarani Kaiowá - Indianer in Brasilien in den Blick. Auf der deutschen Homepage zum Film heißt es zur Geschichte: „Die weißen Großgrundbesitzer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul führen ein komfortables Leben. Der Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihren gewaltigen Feldern ist nicht die einzige Einnahmequelle, auch »Birdwatching«-Touren für Touristen sind im Angebot. Die für diese Touren als Foto-Attraktion engagierten Guarani-Kaiowa Indianer fristen dagegen ein klägliches Leben in ihren Reservaten abseits der fruchtbaren Plantagen, vertrieben von dem Land, das einmal ihnen gehörte. Und es ist dieses perspektivlose Dasein, das die Revolution eines Stammes auslöst...


Die Jury sprach sich einstimmig für „diesen packenden und schönen Film“ aus. In ihrer Begründung heißt es: „Its almost documentary approach drew us into lives we felt we had not seen before on film. Simple though the story is, of indigenous people fighting to regain their land, in its telling it contains many surprises and a delightful lightness of touch and wit. Simple, elegant shots of landscape, often from the air, powerfully counterpoint the story elegantly speaking of the conflict between commercial exploitation of the forest and the native home of the Guarani people.´“

230 Guarani, die bisher keine Schauspielerfahrung hatten, waren an der Produktion des Films beteiligt. Wie die Menschenrechtsorganisation Survival International berichtet, hoffe Guarani-Schauspieler Ambrósio Vilhava, dass der Film zur rechtlichen Anerkennung des Guarani Landes führt: „Das ist was ich am meisten wünsche: Land und Gerechtigkeit.“

Die Guarani Kaiowá leben im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Nach Angaben von Survival International haben sie einen Großteil ihres Landes an Viehzüchter und Zucker- und Sojafarmer verloren – oft aufgrund brutaler Vertreibungen. Viele Guarani seien gezwungen in zu kleinen Reservaten zu leben oder neben viel befahrenen Bundesstraßen zu campen, wo es nur wenig Essen oder sauberes Trinkwasser gibt. Die Guarani litten unter einer extrem hohen Selbstmordrate, Unterernährung, unfairen Inhaftierungen und Alkoholismus. Sie würden zudem regelmäßig zum Ziel von Angriffen durch bewaffnete Schützen, die von Farmern angeheuert werden, um sie von ihrem Land zu vertreiben.