Chile |

Festnahmen im Fall Víctor Jara angeordnet

Knapp 40 Jahre nach der Ermordung des Sängers Víctor Jaras hat die chilenische Justiz Ende vergangener Woche die Verhaftung von acht verdächtigen ehemaligen Militärs angeordnet. Der Richter Miguel Vázquez Plaza verfügte, dass Hugo Sánchez Marmonti und Pedro Barrientos Núñez wegen Mordes angeklagt werden. Sechs weitere Ex-Militärs müssen sich wegen Beihilfe zum Mord verantworten. Alle acht Tatverdächtigen werden jetzt per Haftbefehl gesucht.

Der linksgerichtete Sänger Víctor Jara wurde nur wenige Tage nach dem Militärputsch im September 1973 von der Militärjunta unter General Augosto Pinochet verhaftet. Er wurde mit 5.000 anderen verdächtigen Chilenen in das Stadion von Santiago de Chile gebracht und soll dort gefoltert worden sein. Wenige Tage später wurde die Leiche des Sängers mit 44 Schusswunden gefunden.

Víctor Jara war einer der Sänger, der die chilenische Musik in den 1960er Jahren revolutionierte. Er war ebenfalls politisch aktiv und Mitglied der Kommunistischen Partei von Chile. In seinen Liedern sang er häufig von Frieden und sozialer Gerechtigkeit. Nach seinem Tod wurde er zum Symbol des Kampfs für die Einhaltung der Menschenrechte in ganz Lateinamerika.

Der Fall der Ermordung Jaras wurde vor knapp fünf Jahren wieder geöffnet. Die Familie des Verstorbenen präsentierte im Jahr 2008 40 neue Beweisstücke, die zur Aufklärung des Mordes beitrugen. (aj)