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Fernanda Melchor erhält Internationalen Litaraturpreis 2019

Der preisgekrönte Roman "Saison der Wirbelstürme" ist im Verlag Wagenbach erschienen. Bild: Ausschnitt Titelbild.

Die mexikanische Erfolgsautorin Fernanda Melchor und die Übersetzerin Angelica Ammar sind in Berlin mit dem "Internationalen Literaturpreis" 2019 ausgezeichnet worden. Die renommierte Auszeichnung wurde für den Roman "Saison der Wirbelstürme" und seine Übertragung aus dem mexikanischen Spanisch vergeben. Melchor erhält ein Preisgeld von 20.000 Euro, Ammar 15.000 Euro, so die Preisverleiher zur Bekanntgabe der Gewinnerinnen am 18. Juni 2019 in Berlin auf der Dachterrasse des Hauses der Kulturen der Welt. 

Fernanda Melchor habe den "Roman der Armut im Globalkapitalismus des 21. Jahrhunderts" geschrieben, hieß es zu der Entscheidung. Das Werk behandelt das Leben von aus "Armut geborener Gewalt gegen Frauen, gegen Homosexuelle, gegen Schwächere" in Mexiko. Der Roman zeige den "gnadenlosen Kampf der Schwächsten gegen noch Schwächere" und "gegen sich selbst." Die Kapitalismuskritik sei nicht plakativ vorgetragen, dennoch beschreibe das Buch eindrucksvoll die Auswirkungen dieses Wirtschaftssystems in der Krise und sei darum ein dezidiert politischer Roman.

Seit 2009 verleihen das Haus der Kulturen der Welt und die Stiftung Elementarteilchen den Internationalen Literaturpreis. Dotiert mit insgesamt 35.000€ zeichnet er ein "herausragendes Werk internationaler Gegenwartsliteraturen und seine Erstübersetzung ins Deutsche" aus. Damit wird sowohl das Originalwerk als auch die Übersetzung gewürdigt, das den Preis in der deutschen Preislandschaft einzigartig macht. (bb) 

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