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Fehlende Lizenz verzögert Staumdamm-Bau

Das umstrittene Staudammprojekt Belo Monte in Brasilien wird sich offenbar weiter verzögern. Die brasilianische Umweltbehörde Ibama verweigerte laut Medienberichten vom Dienstag die für den Baubeginn notwendige Lizenz. Zur Begründung hieß es, die Betreiber erfüllten nicht die von der Behörde geforderten Auflagen.

Anfang des Jahres hatte Ibama dem Projekt die Umweltlizenz zugesprochen, dabei aber 40 Auflagen gemacht. Eine im Oktober durchgeführte Untersuchung der Behörde habe allerdings ergeben, dass zwei davon nicht erfüllt worden seien, heißt es in den Berichten. Von Ibama gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme. Schätzungen zufolge könnte sich der Baubeginn bis weit ins Jahr 2011 verzögern. Das Baukonsortium hatte noch vor Einsetzen der Regenzeit Ende Dezember die ersten Baumaßnahmen geplant.

Ureinwohner und Umweltschutzgruppen kämpfen bereits seit den 1970er Jahren gegen den Staudamm am Xingu-Fluss. Mindestens 17.000 Menschen müssten dafür umgesiedelt werden, etwa 500 Quadratkilometer Urwald würden unter den Wassermassen verschwinden. Kritiker bezweifeln zudem den wirtschaftlichen Nutzen der Anlage; aufgrund des stark schwankenden Wasserspiegels bringt sie angeblich nur in wenigen Monaten des Jahres 100 Prozent ihrer Leistung. Mit 11.200 Megawatt wäre Belo Monte Brasiliens zweitgrößtes Wasserkraftwerk und das drittgrößte weltweit. Laut Plänen der Regierung soll die Anlage 2015 ans Netz gehen.

Quelle: kna