Guatemala |

Favorit Otto Pérez Molina liegt bei den Wahlen vorn

Nach den ersten offiziellen Hochrechnungen liegt der favorisierte ehemalige General Otto Pérez Molina bei den Präsidentschaftswahlen in Guatemala deutlich vorn. Allerdings konnte er entgegen der Erwartungen vor der Wahl die absolute Mehrheit nicht für sich gewinnen. Er wird sich voraussichtlich im November gegen seinen größten Rivalen und den Zweitplatzierten Manuel Baldizón behaupten müssen. Sollte es bei dem bisherigen Trend bleiben, hätte Molina gut ein Drittel der guatemaltekischen Stimmen hinter sich bringen können. Baldizón vereint nach den ersten Auszählungen 20 Prozent der Wähler auf sich. Die einzige Kandidatin indigenen Ursprungs Rigoberta Menchú kommt derzeit auf nur zwei Prozent der Stimmen. In internationalen Medien wird der wahrscheinliche Sieg Molinas als Rechtsruck bezeichnet.

Zukünftige Blockaden im Parlament?

Für das Parlament ergäbe sich aus dieser Stimmenverteilung nur ein Viertel der Sitze für die konservative Patriotische Partei (PP) von Molina. Die derzeitige Regierungspartei Nationale Einheit der Hoffnung (UNE) wäre die zweitstärkste Fraktion. Die UNE hatte keinen Kandidaten aufgestellt, da die Ex-Frau des amtierenden Präsidenten Sandra Torres auf Grund ihrer Ehe mit Alvaro Colóm nicht zur Wahl zugelassen worden war. In der Vergangenheit haben sich UNE und PP häufig gegenseitig blockiert. Bei einer so engen Sitzverteilung gehen Experten davon aus, dass sich dies in der Zukunft fortsetzen würde.

Lokalen Medien zufolge gab es am Wahltag zwar kleinere Störungen, aber keine systematische Versuche der Stimmenverzerrung. (aj)