Haiti |

Fast 400.000 leben in Zeltlagern

Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 leben in Haiti noch immer Hunderttausende in provisorischen Zeltlagern. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Organisation für Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen (IOM) hervor, der am Dienstag vorgestellt wurde. Allerdings sei die Zahl von 390.276 »zeitweiligen Flüchtlingen« erstmals seit der Katastrophe mit über 300.000 Toten unter die 400.000er-Marke gefallen, zitiert die Nachrichtenagentur TeleSur aktuelle Zahlen.

Erste statistische Erhebungen hatte die IOM sechs Monate nach dem Erdbeben erstellt. Damals mussten über 1,5 Millionen Haitianer ihre zerstörten Häuser verlassen und in Zeltstädte umziehen. Damit ist die Zahl von Zeltbewohnern um 75 Prozent zurück gegangen, so die IOM-Experten. Diese Abnahme sei einer Kombination aus »Zwangsräumungen, freiwilligem Verlassen und durch Mietbeihilfen« geschuldet.

Mit Hilfe der IOM zahlt Haitis Regierung Mitbeihilfen in Höhe von 500 US-Dollar jährlich. Allerdings würden mangels Mittel nur fünf Prozent der Zeltstadtbewohner von diesen Unterstützungen profitieren. »Wohin der Rest der Menschen gezogen ist wissen wir nicht«, erklärte IOM-Sprecher Leonard Doyle. Viele Familien hätten sich an den Stadthängen der Hauptstadt mit einfachstem Material Not-Hütten gebaut. »Es gibt in Haiti noch viel zu tun« fordert die IOM darum »mehr Mittel von der internationalen Gemeinschaft«. (bb)