Kolumbien |

Farc wollte Menschenrechtler ermorden

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Zielscheibe war der Journalist Herbin Hoyo, der für das „Geiselradio“ arbeitet.

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Die kolumbianischen Farc-Rebellen wollten offenbar den Menschenrechtler und Radio-Journalisten Herbin Hoyos ermorden. Sicherheitskräfte konnten das Attentat am vergangenen Wochenende jedoch verhindern, wie der TV-Sender RCN berichtet. Sie hätten vorher Informationen aus dem Umfeld der Farc erhalten. Wie kolumbianische Medien am Montag meldeten, wollte der Journalist wegen der Drohungen noch am gleichen Tag das Land verlassen und nach Europa reisen.

Hoyos, der im vergangenen Jahr mit dem Nationalen Friedenspreis der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung in Kolumbien ausgezeichnet worden war, ist seit Jahren für das Programm "Las Voces del secuestro" verantwortlich. Die Sendungen des "Geiselradios" richten sich an die vielen tausend Geiseln in den kolumbianischen Bergen und sind oft deren einzige Verbindung zur Außenwelt. Familienangehörige lassen ihren verschleppten Verwandten auf diesem Wege Botschaften zukommen. Herbin Hoyos war selbst in der Vergangenheit Opfer einer Entführung geworden.

In der Gewalt der Farc-Rebellen befinden sich nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen derzeit rund 800 Menschen. Insgesamt gelten in Kolumbien knapp 3.000 Personen als verschleppt. Linke Guerilla-Gruppen sowie rechte Paramilitärs und gewöhnliche kriminelle Organisationen sind dafür verantwortlich.

Text: KNA