Kolumbien |

FARC und ELN nähern sich an

Zu Beginn der zwölften Runde der Friedensverhandlungen zwischen den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) und der kolumbianischen Regierung am Montag, 1. Juli, hat der Delegationsführer der FARC, Ivan Marquez, eine Annäherung an die Nationale Befreiungsarmee ELN bekannt gegeben. Die Ereignisse, die in der Vergangenheit für Distanz gesorgt hätten, seien in einem Treffen überwunden worden, sagte Marquez der Presse. Es ginge nun darum, alle Kräfte, die in Zukunft an dem Wandel in Kolumbien beteiligt sein werden, zu vereinen. Die ELN ist die zweitgrößte bewaffnete Gruppierung in Kolumbien und nimmt nicht an den Friedensgesprächen teil. Die ELN-Führer hatten jedoch in der Vergangenheit signalisiert, dass sie durchaus Interesse an einer Teilnahme hätten.

FARC fordern weiterhin Verschiebung der Wahlen

In der zwölften Runde der Gespräche zwischen AFRC und kolumbianischer Regierung wird es weiterhin um die politische Integration der Rebellen gehen. Die ist der zweite Punkt auf der Agenda, nachdem die beiden Delegationen Ende Mai die Einigung auf eine Landreform erzielen konnten. Bereits dieser Schritt wurde von Experten als großer Erfolg gewertet. Die FARC-Führer bestehen darauf, die 2014 anstehenden Präsidentschaftswahlen um ein Jahr zu verschieben, da sie den Friedensprozess dadurch gestört sehen. Weiterhin fordern sie eine neue Verfassung für das südamerikanische Land. Die Regierung hat bereits mehrmals deutlich gemacht, dass sie nicht bereit ist, diese Punkte zu verhandeln: „Die derzeitige Diskussion dreht sich um die politische Partizipation. Das ist alles, worüber die Regiering bereit ist, zu sprechen“, betonte der Delegationsführer Humberto de la Calle kurz vor Beginn der Gespräche.

Die Verhandlungen zwischen der Guerilla FARC und der kolumbianischen Regierung werden bei einem erfolgreichen Abschluss einem seit mehr als fünf Dekaden andauernden bewaffneten Konflikt ein Ende bereiten. Nationale und internationale Bobachter sehen die Chancen für Frieden zwischen den beiden Seiten als so gut wie nie zuvor. Neben dem bereits abgeschlossenem Punkt der Landreform und der derzeitig verhandelten politischen Partizipation der FARC stehen noch Entwaffnung, Drogenhandel, Rechte der Opfer und die Implementierung des Friedensvertrages auf der Agenda. (aj)