Kolumbien |

FARC startet Angriffsoffensive

Kurz bevor sich die Friedensverhandlungen zwischen den Fuerzas Armadas de Colombia (FARC) und der kolumbianischen Regierung zum ersten Mal jähren, hat die FARC im Westen des Landes eine Angriffsoffensive gestartet. Bereits am Wochenende begannen die Rebellen im südwestlichen Department Cauca Straßen und Militärstützpunkte zu besetzten. Die Region gilt seitdem als nahezu komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Im Department Choco sprengte die Guerilla eine Brücke in die Luft. Bei dem Angriff am Dienstagmorgen wurden mindestens neun Menschen verletzt.

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hatte bereits Mitte letzter Woche vor einer erneuten Offensive gewarnt. Die FARC wolle damit demonstrieren, dass sie trotz der Friedensgespräche mit der Regierung handlungsbereit ist. Santos betonte, dass er sich durch diese Aktionen nicht unter Druck setzten lasse.

Verhandlungen weiterhin ohne große Fortschritte

Seitdem die FARC und die Delegation der Regierung sich Ende Mai auf eine Landreform einigen konnten, sind die Gespräche zwischen den beiden Parteien beim zweiten Punkt auf der Agenda ins Stocken geraten. Bereits seit Monaten verhandeln beide Seiten über eine mögliche politische Partizipation der FARC in der Zukunft. Mehrere Verhandlungsrunden sind ergebnislos verlaufen. Kolumbiens Staatsoberhaupt hat in der Vergangenheit mehrmals deutlich gemacht, dass er bis Ende des Jahres ein Ergebnis erzielen möchte. (aj)