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Farc-Dissidenten terrorisieren afro-kolumbianische Bevölkerung

Kolumbien, Tumaco, Afro-Kolumbianer, Adveniat

In der Pfahlbausiedlung „Nuevo Milenio" in Tumaco leben hauptsächlich Afro-Kolumbianer. Sie leiden unter einem Machtkampf zwischen den Farc-Splittergruppen und paramilitärischen Banden um die Vorherrschaft im Drogengeschäft. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Ehemalige Guerilla-Kämpfer sind laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für die Gewalt an der afro-kolumbianischen Bevölkerung verantwortlich. "Die Einwohner Tumacos haben gehofft, dass das Friedensabkommen endlich Frieden in ihre Gemeinden und Nachbarschaften bringen wird, aber ihre Hoffnungen wurden sehr bald enttäuscht", sagte HRW-Amerikadirektor Jose Miguel Vivanco. Dissidenten der inzwischen entwaffneten linksgerichteten Guerilla-Organisation Farc töteten und ließen jene verschwinden, die es wagten, ihnen zu trotzen. Sie vergewaltigen Vivanco zufolge Frauen und Mädchen, rekrutieren Kinder und zwingen tausende Menschen zu Flucht.

Tumaco im Süden des Landes mit überwiegend afro-kolumbianischer Bevölkerung ist seit vielen Jahren eine von linken Guerilla-Gruppen und rechten paramilitärischen Banden umkämpfte Stadt. Sie gilt als strategisch wichtiger Punkt für den Drogenhandel und seiner Vertriebsrouten. In der Stadt lag die Mordrate im Jahr 2017 viermal höher als im nationalen Durchschnitt.

Das deutsche Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt daher in der Stadt und Umgebung Projekte zur Friedens- und Versöhnungsarbeit, wie zum Beispiel die Jugendarbeit im "Centro Afro". Mehr zu diesem Projekt lesen Sie hier: Frieden schaffen im Sumpf der Gewalt

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