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FAO: Gefährliche Pestizide sollen schneller vom Markt

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hat die lateinamerikanischen und karibischen Staaten aufgefordert, gefährliche Schädlingsbekämpfungsmittel schneller vom Markt zu nehmen. Die Organisation sprach diese Warnung unter dem Eindruck des Todes von 23 Kindern im indischen Bihar aus, die an der Einnahme eines monocrotophoshaltigen Insektizids gestorben waren.

Tödlich für Vögel und Bienen

Monocrotophos ist ein breitbandiges und schnellwirkendes Insektizid, das als hochgiftig eingeschätzt wird. In El Salvador und den USA ist es bereits verboten, in Costa Rica und Belice der Einsatz nur noch bedingt erlaubt. In Deutschland ist das Mittel nie zugelassen worden. Laut FAO wird das Mittel in Indien und China, aber auch in Brasilien und Argentinien hergestellt.

Beim Menschen ruft das Mittel Magenbeschwerden, Kopfschmerzen und Schwindel hervor. Das Mittel ist auch für Vögel und Bienen hochgiftig. 1995 seien in Argentinien zwischen 15.000 und 20.000 Vögel durch monocrotophos-haltige Mittel gestorben, so die FAO.

Bedingungen für Anwendung in Entwicklungsländern nicht gegeben

Die FAO warnt aufgrund der hohen Gesundheitsgefährdung vor „dem Gebrauch unter den Bedingungen von Entwicklungsländern“. Zu diesen Bedingungen zählen etwa komplette Schutzanzüge und Atemmasken auch beim Anmischen der Substanz, das sofortige Waschen der Schutzkleidung nach Gebrauch separat von anderen Kleidungsstücken. Ungeschützte Personen dürfen die besprühte Fläche 48 Stunden lang nicht betreten.

Vor allem Kleinbauernfamilien verfügten häufig nicht über entsprechende Mittel und Kenntnisse, so die FAO. Das UN-Organ empfiehlt insgesamt, „einen ganzheitlichen Umgang mit Schädlingsplagen“, um nachhaltiger und umweltgerechter anzubauen. In Lateinamerika und der Karibik arbeitet die FAO nach eigenen Angaben mit den Regierungen der karibischen Staaten sowie von Paraguay, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Uruguay daran, den Pestizideinsatz zu reduzieren und derartige Mittel vom Markt zu nehmen. (bh)