Argentinien |

Falkländer wollen Briten bleiben

Das Ergebnis ist eindeutig. Die Bewohner der Falklandinseln im südlichen Pazifik haben sich im zweitägigen Referendum klar für das britische Mutterland ausgesprochen. Die Mehrheit ist überwältigend, 98,9 Prozent der Falkländer beantworteten die Frage "Wünschen Sie, dass die Falklandinseln ihren politischen Status als britisches Übersee-Territorium behalten?" mit Ja und sprachen sich somit gegen die Zugehörigkeit zu Argentinien aus, das ebenfalls seit 1833 das Archipel für sich beansprucht. Lediglich drei Bewohner sprachen sich für einen Machtwechsel aus – 1.672 waren stimmberechtigt. Die Insulaner, die das Votum selbst auf den Weg gebracht hatten, nutzten die Abstimmung eifrig, die Beteiligung lag bei 92 Prozent. Für die Inseln, die innenpolitisch souverän sind, ging es formal um die Änderung der Außen- und Verteidigungspolitik; für die Menschen war es vor allem eine Entscheidung über ihre Identität.

Während die Feiern unter dem Union Jack auf den Inseln noch andauern, verurteilt Argentinien die Wahlen als "rechtlich wertloses Manöver". Die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro, ließ verlauten, dass man die Identität der Falkländer respektiere, aber die Zugehörigkeit des Territoriums zu Großbritannien weiter anzweifle. Damit scheint der jahrhundertealte Zwist zwischen den Ländern wieder entfacht. Vor allem die Präsidentin Cristina Kirchner setzte sich bereits in den letzten Jahren vermehrt für die Wiederelangung des Territoriums ein. Sie beruft sich auf den Entschluss der Vereinten Nationen von 1982, in dem beide Parteien aufgerufen werden die Verhandlungen über das Land wieder aufzunehmen. Im gleichen Jahr hatte der Falklandkrieg, der mit der Kapitulation des argentinischen Militärregimes endete, 255 Briten und 649 Argentiniern das Leben gekostet. Die Inselgruppe lagert circa 600 Kilometer vor Feuerland und ist rund 14.000 Kilometer von Großbritannien entfernt. (ek)

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