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Fahrradfahrer demonstrieren für mehr Sicherheit

In 39 brasilianischen Städten haben am Dienstag Tausende von Radfahrern auf ihre starke Gefährdung im Straßenverkehr aufmerksam gemacht. Allein in der vergangenen Woche waren fünf Fahrradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Die Demonstranten forderten von der Politik, Fahrradfahrer mit Respekt zu behandeln und in den Städten mehr Fahrradwege anzulegen.

Kritik: Keine tragischen Einzelfälle, sondern Alltag

In São Paulo war am Freitag die Biologin Juliana Dias von einem Bus überfahren worden, in vier weiteren Bundesstaaten kamen Fahrradfahrer ums Leben. Die bekannte Journalistin Renata Falzoni, selbst leidenschaftliche Radfahrerin, betont, bei Julianas Tod handele es sich keineswegs um einen tragischen Einzelfall. Vielmehr seien Radfahrer in Brasilien tagtäglich bedroht. Die Städte würden nicht menschenfreundlich geplant. Renata Falzoni fordert daher auch einen den Bedürfnissen angepassten öffentlichen Nahverkehr.

Zahl der Radfahrer ließe sich mühelos steigern

Eine Studie aus dem Jahr 2006 hatte herausgefunden, dass viele Brasilianer aus Angst vor einem Unfall nicht Rad fahren, obwohl sie es eigentlich gerne würden. Auch die Sorge, das abgestellte Fahrrad könnte gestohlen werden, wurde von Befragten häufig genannt. Es wäre an der Politik zu handeln und die Brasilianer zum Fahrradfahren zu ermuntern. Das Problem der chronisch verstopften Großstädte ließe sich durchaus lindern.

Saftige Fährpreis-Erhöhung in Rio trotz miserablen Services

Stattdessen macht sich derzeit in Rio de Janeiro zusätzliche Empörung breit: Der Preis für die Fährüberfahrt in Rios Nachbarstadt Niterói über die Guanabara-Bucht soll um rund 60 Prozent von 2,80 Real auf 4,50 Real (umgerechnet knapp 2 Euro) erhöht werden. Dabei sind die Passagiere mit dem Service eines der wichtigsten Transportmittel im Großraum Rio sowieso schon äußerst unzufrieden. Ein Passagier berichtete sogar von Kakerlaken auf dem Schiff. (bs)

Quellen: agenciapulsar