Kolumbien |

Fahrplan für Friedensvertrag wackelt

Graffiti in einem Park von Medellín, Kolumbien. Foto: deuniti, colectivo creativo, CC BY-SA 2.0
Graffiti in einem Park von Medellín, Kolumbien. Foto: deuniti, colectivo creativo, CC BY-SA 2.0

Der von Kolumbiens konservativer Regierung und linksgerichteter Guerillaorganisation Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia - Ejército del Pueblo (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee, FARC-EP) anvisierte Fahrplan zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages wackelt. Wie FARC-Verhandler Joaquín Gómez zuletzt erklärte würden "objektive Faktoren" vorliegen, denen zufolge der von den Konfliktparteien für den 23. März 2016 geplante Termin für ein Ende des 50 Jahre andauernden Bürgerkrieges nicht gehalten werde könne.

Auch die Regierung von Präsident Manuel Santos ließ Ähnliches verlautbaren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende. "Das Datum darf kein Damoklesschwert sein, das über dem Friedensprozess in Havanna hängt", zitiert Reuters Kolumbiens Innenminister Juan Fernando Cristo. "Hoffentlich schaffen wir es bis dahin, wenn nicht werden wir uns sicherlich einige Tage mehr geben", so Cristo.

Bisher nicht gelöste Punkte sind die von der Guerilla geforderte Einrichtung von "Friedenszonen", in denen die Rebellen Verwaltung und Wirtschaft vorstehen, was von Kolumbiens Armee abgelehnt wird. Uneinigkeit besteht auch über die Frage, ob der Friedensprozess in einem landesweiten Referendum zum Friedensvertrag mündet, so wie es die Zentralregierung anstrebt, oder in einem breit angelegten Verfassungsprozess, wie es die FARC vorschlagen. (bb)

Foto: deuniti, colectivo creativo, CC BY-SA 2.0