|

Explosionsartiger Anstieg von Migration

Sollte sich der Migrationtrend der letzten 20 Jahre fortsetzen, werden bis 2050 mehr als 400 Millionen Menschen ihre Ursprungsländer verlassen haben. Angesichts dieser ausufernden Mobilität drängt die UN-Organisation für Migration (IOM) die internationale Gemeinschaft zu Vorkehrungen, damit der Zustrom in halbwegs geordneten Bahnen verläuft.

"Die ganze Welt ist zu einem Migrations-Hotspot geworden", sagte der IOM-Vertreter Peter Schatzer bei der Präsentation des Berichts ´Future of Migration: Building Capacities for Change´ (Die Zukunft der Migration: Kapazitäten für den Wandel aufbauen) am 29. November. So werde die Lawine nicht nur auf die traditionellen Ziele EU und USA, sondern auch auf die aufstrebenden Wirtschaftsmächte Brasilien, Südafrika, Indien und China zurollen. Weltweit seien die Regierungen auf die Zuwanderung so vieler Menschen nicht vorbereitet, warnte Schatzer. Er forderte die Ursprungs- und Empfängerstaaten auf, gemeinsam nach Wegen zu suchen, um zu verhindern, dass die demographisch, wirtschaftlich und klimatisch bedingte Migrationswelle ins Chaos führt.

Die IOM schätzt, dass der Arbeitsmarkt in den Ländern des Südens von 2,4 Milliarden Jobs 2005 auf 3,6 Milliarden 2040 anwachsen und somit das weltweite Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften weiter akzentuieren wird. Gleichzeitig setzt sich der Alterungsprozess der Weltbevölkerung fort und erhöht die Nachfrage nach Arbeitskräften. Der IOM zufolge kommen können die vielen freien Stellen nur zum Teil von Ausländern besetzt werden. Die Ursprungsländer stünden vor der großen Herausforderung, eigene menschliche Ressourcen zu generieren.

Quelle: IPS Weltblick