Brasilien |

Ex-Umweltministerin verbündet sich mit Sozialisten

Brasiliens Parteienlandschaft ordnet sich neu. Nach der jüngsten Verweigerung des Oberste Nationale Wahlgerichtes (TSE) gegen eine Registrierung der ökopartei „Nachhaltiges Netzwerk“ von Brasiliens Ex-Umweltministerin Marina Silva für die Wahlen 2014, hat die prominente Umweltpolitikerin bei der sozialdemokratischen „Sozialistischen Partei Brasiliens“ (PSB) eine neue politische Heimat gefunden, berichteten lokale Medien zu Wochenbeginn. „Ich bin nicht gekommen um Eduardo davon abzubringen selber zu kandidieren“, erklärte die 55-Jährige ihren Verzicht auf eine eigene Präsidentschaftskandidatur.

In der PSB gilt dessen Vorsitzender Eduardo Campos, Gouverneur des nordöstlichen Bundesstaates Pernambuco, als gesetzt. Doch gewinnt seine Partei mit der Personalie ein starkes Zugpferd, sie könnte als Vize-Präsidentin ins Rennen gehen. Bei den Wahlen 2010 hatte Silva mit der „Grünen Partei“ (PV) 22 Millionen Wählerstimmen auf sich vereinen können. 2011 erklärte sie wegen Personalstreitigkeiten ihren Austritt aus der PV. „Unser Ziel ist es nicht an der Macht zu sein, sondern diese als Werkzeug der Veränderung zu nutzen“, erklärte die Umweltpolitikerin am Sonnabend nach Bekanntgabe ihres Wechsels auf einer Pressekonferenz in Brasilia.

Auch auf der Webseite der 1947 gegründeten und während der Militärdiktatur 1965 verbotenen PSB wurde die „Unterzeichnung einer programmatischen Allianz“ mit dem „Nachhaltigen Netzwerk“ offiziell bekannt gegeben. Vergangenen Donnerstag hatte das Wahlgericht Silvas Partei die Teilnahme an den Wahlen aufgrund weniger tausend fehlender Unterschriften zur Legalisierung versagt. „Wir sind die erste Untergrundpartei, die in Zeiten der Demokratie gegründet wurde“, kommentierte Silva das Votum der Richter. Interesse an einer Aufnahme der beliebten Ex-Umweltministerin (2003 - 2008) hatte auch die neu gegründete „Nationale Grüne Partei“ (PEN) gezeigt. (bb)