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Ex-Umweltminister stellen sich gegen Bolsonaro

União Bandeirante, Rondônia, Brasilien: Stausee in der Region von Porto Velho, abgeholzte Regenwald (Foto: Adveniat/Gleice Mere)

Erst vergangene Woche hatten unterschiedliche indigene Ethnien Brasiliens gegen die Umweltpolitik des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro protestiert. Nun bekommen die Betroffenen Rückenstärkung von der Politik. Am 08. Mai 2019 haben sich acht ehemalige Umweltminister ebenfalls öffentlich kritisch zur politischen Richtung Bolsonaros geäußert.

Bei einer Pressekonferenz verurteilten Jose Carlos Carvalho, Carlos Minc, Marina Silva, Rubens Ricupero, Izabella Teixeira, Sarney Filho und Edson Duarte die Umweltpolitik des Staatschefs aufs Schärfste. „Wir sind Zeugen von zahlreichen Maßnahmen, die dem Umweltministerium alle Ressource entziehen, um die begonnene Politik fortzusetzen. Führende politische Figuren behaupten, es gäbe den Klimawandel nicht“, heißt es in dem offenen Brief der acht Politiker.

Eine Politik der Monokulturen?

Zu den größten Kritikerinnen von Jair Bolsonaros eingeschlagenem Kurs gehört die bekannte Umweltaktivistin und ehemalige Präsidentschaftskandidaten Marina Silva. Sie bezeichnete die jetzige Umweltpolitik als einen verlängerten Arm der Agrarindustrie. Dies gehe mit einer weiteren Ausbeutung natürlicher Ressourcen einher. So schädige beispielsweise der massive Anbau von Soja die Böden dauerhaft und sorge für anhaltende Trockenheit. Brasilien ist einer der größten Exporteure von Soja, das vor allem auf dem europäischen Markt vertrieben wird. Darüber hinaus sorgt die Auflösung der Indigenenbehörde FUNAI nach wie vor für Empörung. Diese war für die Rückgabe von Landtiteln an indigene Völker des größten südamerikanischen Landes zuständig.

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