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Ex-Präsident Mesa tritt 2019 gegen Morales an

Neues Oberhaupt in La Paz? Mesa tritt an. (Symbolfoto: Adveniat/Escher)
Neues Oberhaupt in La Paz? Mesa tritt an. (Symbolfoto: Adveniat/Escher)

Boliviens Ex-Präsident Carlos Diego Mesa will bei den Präsidentschaftswahlen 2019 gegen den amtierenden Staatschef Evo Morales ins Rennen gehen. „Ich habe nachgedacht und eine Entscheidung getroffen“, gab der konservative Mesa am Sonnabend, den 6. Oktober 2018 in einem Onlinevideo seine Kandidatur für den Urnengang bekannt. Die amtierende Regierung gehöre der Vergangenheit an, er selbst stehe für den „Beginn einer neuen Zeit“.

Der Zyklus von Präsident Evo Morales und der seit 2006 regierenden „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS) „ist an sein Ende gekommen“. Carlos Mesa tritt für die einst maoistische Partei „Linke Revolutionsfront“ (FRI) an, die ihn formal als Präsidentschaftskandidat aufgenommen hat. In der kommenden Woche wird Boliviens Parlament über ein Amnestie-Dekret entscheiden, das Präsident Morales für Mesa und Ex-Präsident Jorge Tuto Quiroga erlassen hatte. Beide Politiker stehen im Verdacht der Korruption und des Amtsmissbrauchs.

Mesa ist in Boliviens Politik kein neues Gesicht. Am 17. Oktober 2003 hatte der damals parteilose Journalist und Historiker als Vizepräsident die verfassungsgemäße Nachfolge im Amt des in die USA geflüchteten Präsidenten Gonzalo Sánchez de Lozada angetreten und war am 6. Juni 2005 nach Protesten gegen seine Politik zurückgetreten. Erste Umfragen räumen dem FRI-Kandidaten gute Chancen ein. (bb)