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Ex-Präsident Lugo kehrt auf politische Bühne zurück

Paraguays Ex-Präsident Fernando Lugo hat wenige Wochen nach seiner Amtsenthebung einen ersten Schritt zu einer Rückkehr auf die politische Bühne vollzogen. Wie die Tageszeitung "El Territorio" berichtet, hat das aus 20 Parteien bestehende Mitte-Links-Bündnis "Frente Guasu" Lugo am 1. September eine Führungsrolle zugestanden. Eine Präsidentschaftskandidatur schloss Lugo nach Medienberichten allerdings aus. Eine erneute Kandidatur stünde nicht im Einklang mit der Verfassung, die eine erneute Wiederwahl ausschließe.

Einer Zusammenarbeit mit den politischen Gruppierungen, die seine Amtsenthebung forciert hatten, erteilte Lugo für die anstehenden Wahlen am 21. April 2013 eine Absage. Auf seiner Internetseite "Paraguayresiste.com" forderte Lugo für die Wahlen internationale Beobachter, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. "Es wäre interessant, wenn die Europäische Union, die europäischen Abgeordneten, hier wären. Und die Nachbarstaaten, die die Realität Paraguays kennen", erklärte der 61-jährige ehemalige katholische Bischof.

Unterdessen entschuldigten sich die Bischöfe Paraguays am Wochenende öffentlich für ihre Forderung nach einer Absetzung Lugos. In einer auf der Internetseite der Bischofskonferenz veröffentlichten Stellungnahme heißt es, die Bischöfe bäten um Verständnis und Entschuldigung, wenn ihnen in dieser Frage Fehler unterlaufen seien. Paraguays Senat hatte im Juni die Amtszeit des gewählten Präsidenten Fernando Lugo vorzeitig für beendet erklärt. Zuvor hatte die Abgeordnetenkammer des südamerikanischen Landes eine Amtsenthebungsklage gegen den linksgerichteten Präsidenten eingereicht. Begründet wurde dies mit Mängeln in der Amtsführung.

Quelle: KNA