Kolumbien |

Ex-Guerilleros kämpfen um Schlauchboot-Medaillen

Amazonas, auch ein Fluss (Symbolfoto: Adveniat/Gleice Mere)

In Kolumbien haben fünf ehemalige Kämpfer der linksgerichteten FARC-EP ihre Uniformen gegen wasserdichte Sportkleidung und Schwimmwesten und ihre Stahlhelme gegen Sporthelme getauscht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, dem 9. Mai 2019. Die fünf Sportler vertreten Kolumbien bei der Rafting-WM in Australien.

„Wir wollen der Welt die Botschaft von der Einigkeit aller Kolumbianer übermitteln“, zitiert Reuters Édgar Portela Calderón, eines der Teammitglieder. Die Ex-Soldaten trainieren im Amazonas-Departamento Caquetá im wilden Rio Pato die Extrem-Wildwassersportart Rafting und sind Teil des Resozialisierungsprogramms „Rudern für den Frieden“, an dem rund 13.000 demobilisierte FARC-Kämpfer teilnehmen.

„Ihr zeigt ein anderes Gesicht von Kolumbien. Das Leben ist wie permanentes Rudern“, lobte Ernesto Lucena von der Regierungsbehörde für Sport, Erholung und körperliche Bewegung den Beitrag von Sport zu Frieden und Versöhnung. Gemeinsam mit 30 Ländern werden die Kolumbianer vom 13. bis 20. Mai im australischen Tully um die Medaillen kämpfen. Im kolumbianischen Bürgerkrieg zwischen linken Guerillas, rechten Paramilitärs und Staat kamen in 50 Jahren rund 260.000 Menschen ums Leben.

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