Bolivien |

Evo Morales verstaatlicht Stromversorger

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat am Wochenende des 29. Dezemeber per Dekret vier Stromfirmen verstaatlicht, die zu dem spanischen Konzern Iberdrola gehören. Die betroffenen Unternehmen sind die beiden größten Stromversorger in der Hauptstadt La Paz und Oruro Electropaz sowie Elfeo. Außerdem gilt die Maßnahme für zwei weitere kleine Dienstleister. Ziel der Maßnahme sei es, nach Angaben des bolivianischen Staatsoberhauptes, eine gerechtere und preisgünstigere Stromversorgung für alle Bolivianer zu garantieren.

Morales berief sich dabei auf eine kürzlich durchgeführte Studie, die verdeutliche, dass der Strompreis in ländlichen Gebieten des Landes mehr als doppelt so teuer sei wie in der Stadt. „Dieser Schritt war notwendig, um den Strompreis in La Paz und Oruro anzugleichen sowie die Qualität der Dienstleister auch im ländlichen Raum zu garantieren“, erläuterte Morales vor der regionalen Presse. Weiterhin sagte Morales der Firma Iberdrola eine entsprechende Entschädigung zu. Die Einnahmen der Firmen in Bolivien macht ca. 0,2 Prozent des Jahresumsatzes von dem spanischen Konzern aus.

Mit dem Dekret vom 29. Dezember setzt die bolivianische Regierung den Trend der Verstaatlichung im Stromsektor fort. Bereits 2010 gingen vier Stromfirmen in staatlichen Besitz über. Im vergangenen Sommer wurde außerdem Stromnetzbetreiber Red Electrica verstaatlicht. (aj)