Bolivien |

Evo Morales verstaatlicht Flughäfen

Der Präsident Boliviens, Evo Morales, hat gestern die Verstaatlichung der Flughäfen im Land bekannt gegeben. Der bisherige Betreiber Servicios de Aeropuertos Bolivianos S.A. (SABSA), eine Tochterfirma der spanischen Unternehmen Abertis und Aena, habe sich geweigert, in den Ausbau und Erhalt der Flughäfen zu investieren, so der Präsident.

Betroffen sind die Flughäfen in der Hauptstadt La Paz, in Santa Cruz und in Cochabamba, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur. Die spanischen Firmen hatten Investitionen in Höhe von 36 Mio. US-Dollar und einen Ausbau der Flughäfen in den drei Städten innerhalb von neun Jahren angeboten. Dieses Angebot ging der Regierung Morales nicht weit genug. Eine Erhöhung der Investitionen hatten die Betreiber jedoch abgelehnt.

Angestellte von SABSA begrüßen Schritt der Regierung

Präsident Morales kündigte an, die enteigneten Firmen zu entschädigen. Die genaue Höhe des Betrages werde von externen Prüfern festgesetzt. Der Vorsitzende der Gewerkschaftsvertretung der Angestellten von SABSA, Alfredo Chávez begrüßte den Schritt der Regierung. Bolivien müsse die Kontrolle über wichtige Unternehmen wiedergewinnen. Die Arbeiter des enteigneten Unternehmens würden unter den neuen Bedingungen weiter ihren Dienst tun, so der Gewerkschafter.

Die Entscheidung der Regierung ist Teil der Verstaatlichungspolitik, mit der die Souveränität über strategisch wichtige Wirtschaftssektoren wieder erlangt werden soll. Bereits im letzten Jahr hatte Morales Stromversorger, Telekommunikations- und ölfirmen verstaatlicht. (bh)