Bolivien |

Evo Morales plädiert für Legalisierung von Koka

Der bolivianische Präsident Evo Morales hat gestern zu Beginn der Konferenz des Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNDOC) in Wien für die Legalisierung des Kokablatts plädiert. Er bat die 120 Teilnehmerstaaten darum, den historischen Fehler von 1961 zu beheben. Damals war die Kokapflanze auf die Liste der Substanzen gesetzt worden, die der internationalen Antidrogenkonvention unterliegen.

Bisher liegen keine Daten vor, die Schäden für die Gesundheit durch die Koka-Pflanze nachweisen könnten, betonte das bolivianische Staatsoberhaupt. Er wies außerdem darauf hin, dass die traditionelle Nutzung des Kokablatts nichts mit Drogenkonsum gemeinsam hätte. „Die Kokabauern sind keine Drogenhändler und die Konsumenten sind keine Drogenabhängigen“, so der Regierungschef des südamerikanischen Landes, „Das Blatt ist Teil unseres nationalen Erbes“. Evo Morales hob in seiner Rede weiterhin die Erfolge Boliviens beim Kampf gegen Kokain hervor. So haben die bolivianischen Behörden im vergangenen Jahr knapp 30 Tonnen Kokainpaste sichergestellt. In Bolivien gäbe es somit keine unkontrollierte Kultivierung von Koka, erläuterte Morales.

Vorübergehender Austritt aus der Antidrogenkonvention

Die Frage um die Legalisierung der Kokapflanze hat die Regierung Boliviens Anfang des Jahres dazu veranlasst, die Mitgliedschaft der UN-Drogenkonvention zu kündigen. Das südamerikanische Land wolle erst dann wieder beitreten, wenn das Kokablatt von der Drogenliste der UN gestrichen wird, denn die Konvention verstößt inzwischen auch gegen nationales Recht. Seit drei Jahren wird in Bolivien das Koka-Kauen per Verfassung geschützt. Das hatte ein Referendum 2009 entschieden.