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Europäisches Zentrum für Lateinamerika wird in Hamburg eröffnet

In Hamburg gibt es künftig eine weitere Verbindung zu Lateinamerika: Das Europäische Zentrum für Lateinamerika, EZLA, wird am 13. August in der Hansestadt eröffnet, wie der Hamburger Senat mitteilte. Mit dem neuen Kompetenzcenter soll besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen der Schritt nach Europa erleichtert werden. Nach der im vergangenen November eröffneten EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung EU-LAK starte mit EZLA eine Einrichtung zur Wirtschaftsförderung der beiden Kontinente. EZLA wurde von den Unternehmen NPU Trade und LaConSA in Kooperation mit der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung entwickelt.

Für den iberoamerikanischen Handel in Europa ist Hamburgs Hafen laut den Angaben einer der wichtigsten Anlaufpunkte. Das Engagement komme auch der europäischen Wirtschaft zugute, da nach aktuellen Studien die ökonomische Stabilität Lateinamerikas von der Finanzkrise in Europa nur wenig beeinflusst werde. Viele Länder nutzten die hohen Staatseinnahmen für den Ausbau von Infrastruktur und Energieversorgung. Auch der Bergbau und die Industrieproduktion expandierten.

Das Engagement der Hansestadt für die Region habe Tradition, so der Senat. 1826 anerkannte Hamburg als erste Stadt die Staaten Lateinamerikas und baute fortan Handelsbeziehungen mit ihnen auf. Zudem pflegt Hamburg eine Städtepartnerschaft mit Leon in Nicaragua, mit vielen lateinamerikanischen Ländern gibt es spezielle Handelsabkommen. Zahlreiche Vereine und Institutionen unterstützen die Verbindungen zu den Ländern, darunter der 1916 von hanseatischen Kaufleuten gegründete und bundesweit tätige Lateinamerika Verein.

Die lateinamerikanischen Länder stellen mit über 20 Konsulaten die größte Gruppe der fast 100 konsularischen Vertretungen in Hamburg. Zudem verfügt Hamburg über das Lateinamerika-Zentrum an der Universität Hamburg, das GIGA Institut für Lateinamerika-Studien, das Instituto Cervantes, den Clube Brasileiro de Hamburgo als Hamburgs ältesten Ausländerverein sowie die überregional tätige Deutsch-Mexikanische Gesellschaft. Mehr als 15.000 Hamburger spanisch- und portugiesischsprachiger Herkunft bilden einen wichtigen Teil der kulturellen, musikalischen, künstlerischen und kulinarischen Vielfalt Hamburgs, so der Senat.

Quelle: KNA