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EU will Hilfe für Haiti fortsetzen

Auch zwei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti will die EU ihre Hilfe in dem Karibikstaat fortsetzen. In der Hauptstadt Port-au-Prince starte ein Projekt zum Wiederaufbau von Wohnungen für 60.000 Menschen, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. Dafür würden 23 Millionen Euro aufgewandt. Bislang leistete die EU nach Kommissionsangaben Hilfe für fünf Millionen Menschen in Haiti. So sei es gelungen, eine Ausweitung der humanitären Krise durch Cholera und Mangelernährung zu verhindern.

Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten sind nach eigenen Angaben der größte Geber für den Wiederaufbau in Haiti. Von den gemeinsam zugesagten 1,2 Milliarden Euro für Sofort- und Langzeithilfe trägt die Kommission 522 Millionen; davon seien bislang 358 Millionen für konkrete Projekte bereitgestellt worden. Schwerpunkte bei der Haiti-Hilfe setzt die EU-Kommission nach eigenen Angaben beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur, vor allem von Straßen und Wohnungen.

Die zuständige Kommissarin Kristalina Georgieva erinnerte daran, dass die Kommission bereits weniger als 24 Stunden nach dem Beben ihre Katastrophenhilfe für Haiti mobilisiert habe. Noch immer lebten eine halbe Million Haitianer in Notunterküften; die Cholera dauere an. "Wir werden dableiben, solange die Menschen unsere Hilfe brauchen", versprach Georgieva.

Am Montag hatten deutsche und internationale Hilfsorganisationen eine gemischte Bilanz des Wiederaufbaus in dem Karibikstaat gezogen. Mehrere Einrichtungen berichteten von langsamen Fortschritten. Politische Instabilität, Korruption und fehlende Infrastruktur erschwerten die Arbeit. Besonders Kinder seien weiter von Armut und Krankheiten wie Cholera bedroht.

Am 12. Januar 2010 hatte ein schweres Beben weite Teile Haitis zerstört. Die Zahl der Todesopfer liegt nach verschiedenen Schätzungen zwischen 200.000 und 500.000 Menschen. Rund 2,3 Millionen Menschen verloren im ärmsten Land der westlichen Welt durch die Katastrophe ihr Zuhause.

Quelle: KNA