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Essen: „Ohne Bildung hat Lateinamerika keine Zukunft“ - Lateinamerikanische Länder bei PISA Schlusslichter

Essen. „Ohne Bildung hat Lateinamerika keine Zukunft. Die Menschen in Lateinamerika und der Karibik brauchen dringend kostengünstige und inhaltlich sinnvolle Bildung.“ Das hat Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka am 6. Dezember 2013 in Essen gefordert. Das Ergebnis der PISA-Studie 2012, bei der die lateinamerikanischen Länder die letzten Plätze belegen, zeige leider mit trauriger Eindrücklichkeit, dass vielen der Zugang zu einer guten Ausbildung verwehrt bleibe. „Es darf nicht sein, dass der Geldbeutel das Bildungsniveau bestimmt“, sagte der Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerkes. Adveniat setze sich seit Jahrzehnten für Bildungsgerechtigkeit ein, sagte Klaschka: „Denn dort, wo Bildung fehlt, geht oft das ganze Leben zugrunde. Diese schmerzliche Erfahrung teilen Menschen weltweit.“ Unter dem Motto „Hunger nach Bildung“ stellt Adveniat dieses Jahr katholische Bildungsinitiativen in den Blickpunkt der Weihnachtsaktion.

Von den lateinamerikanischen Ländern hat Chile auf Platz 51 am besten abgeschnitten mit 423 Punkten in der Mathematik, also unter dem Durchschnitt, der von PISA ermittelt wurde und bei 494 Punkten liegt. Im Fach Lesen erhielt Chile 441 Punkte und in den Naturwissenschaften 445 Punkte. „Chile gehört zu den zehn Ländern der Welt, in denen die Schere zwischen Reich und Arm am größten ist“, sagte Klaschka. Fehlende Bildung sei auch dort eine alltägliche Katastrophe. Wenn junge Menschen keine Bildung erhielten, sei dies die Ursache für die große Ungerechtigkeit im Land, das hatte auch Adveniat-Aktionsgast Erzbischof Fernando Natalio Chomalí Garib aus Concepción in Chile vor kurzem bei seinem Deutschland-Besuch betont. Das Schlusslicht der Gruppe aus Lateinamerika ist laut OECD-Bericht Peru. Das Programm zur internationalen Bewertung von Schülern, besser bekannt als PISA-Studie, analysiert die Leistungen von Schülern im Alter von 15 Jahren in den Fächern Mathematik, Sprache und Naturwissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler aus 65 Ländern bekamen Prüfungsaufgaben zu diesen Fächern. Sie repräsentieren etwa 80 Prozent der Schüler weltweit.

„Hunger nach Bildung“ lautet das Motto der diesjährigen Adveniat-Aktion. Sie stellt kirchliche Bildungsinitiativen in den Mittelpunkt. Bildungschancen sind in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik stark von der sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten abhängig. Kirchliche Initiativen setzen sich daher für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. In der Adventszeit sind Erzbischof Fernando Chomalí und weitere Projektpartner aus Brasilien, Chile, Nicaragua, Honduras, Bolivien und der Dominikanischen Republik in Deutschland unterwegs. Sie berichten darüber, wie sie dem Hunger der Menschen nach Bildung begegnen: kenntnisreich, engagiert, fantasievoll und solidarisch.

Die traditionelle Weihnachtskollekte, die am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Gemeinden Deutschlands stattfindet, ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika bestimmt. Adveniat freut sich über jede Spende auf das Spendenkonto 17345 bei der Bank im Bistum Essen (BLZ 360 602 95).