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Erzbistum Rio plant Hilfszentrum für Drogenabhängige

Brasilien gilt als das Land des weltweit größten Kokain und Crack-Konsums. Allein in den letzten zehn Jahren verzeichnete die Statistik einen regelrechten Crack-Boom in dem größten südamerikanischen Land. Die Staatliche Universität von Sao Paulo hat ermittelt, dass sechs Millionen Brasilianer schon einmal Kokain ausprobiert haben. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung sind das immerhin drei Prozent.

Rio de Janeiro, vom 23. bis 28. Juli Schauplatz des Weltjugendtages 2013, gilt innerhalb Brasiliens als eine der engagiertesten Städte im Kampf gegen die Drogen-Kriminalität, aber auch in der Frage der Unterstützung von Drogenabhängigen.

Aus Anlass des Weltjugendtages will die Erzdiözese in Rio de Janeiro nun ein Zeichen setzen und Drogenabhängige nicht allein ihrem Schicksal zu überlassen. Wie Erzbischof Dom Orani Tempesta dem Nachrichtensender G1 bestätigte, werde die Olympiastadt von 2016 ein neues kirchliches Zentrum für Drogenabhängige erhalten, dass den Patienten eine professionelle psychologische und medizinische Hilfe ermöglicht. "Wir haben bereits in São Cristóvão ein Zentrum, das sich speziell um Menschen kümmert, die am HI-Virus erkrankt sind“, sagte Dom Orani Tempesta dem TV-Sender. Das Angebot werde inzwischen aber auch von Menschen mit anderen Erkrankungen angenommen.

Wo genau ein solches Zentrum entstehen kann ist noch offen. "Wir schauen uns zwei, drei Orte an, wo wir dieses Zentrum installieren wollen. Wir haben dazu noch keine Entscheidung getroffen. Aber es ist unser großer Wunsch, dass wir dieses Zentrum sehr bald realisieren."

Der 28. Weltjugendtag findet vom 23. bis zum 28. Juli 2013 in Rio de Janeiro statt. Das Motto lautet "Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern". Es wird erwartet, dass der Nachfolger von Papst Benedikt XVI. die Abschlussmesse halten wird. Erwartet werden insgesamt über zwei Millionen Teilnehmer. (TOK)