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Erzbischof von Rio: Weltjugendtag nicht von Protesten bedroht

Erzbischof Orani João Tempesta, Foto: Bastian Henning
Erzbischof Orani João Tempesta, Foto: Bastian Henning

Die Sicherheit des Ende Juli in Rio de Janeiro stattfindenden katholischen Weltjugendtags (WJT) ist nach Ansicht von Erzbischof Orani Joao Tempesta nicht von den aktuellen Protestaktionen in der Stadt und in ganz Brasilien bedroht. Nach Gesprächen mit den Behörden sei er zu der Überzeugung gekommen, dass der WJT eine "von allen Seiten positiv angesehene Veranstaltung" sei, gegen die sich deshalb der Protest nicht richten werde, sagte der Erzbischof am Donnerstagabend (Ortszeit), 20. Juni. Zugleich begrüßte er die Proteste, die "im Sinne des Weltjugendtags eine neue Gesellschaft" verlangten.

Am Donnerstagabend hatten rund 300.000 Menschen in Rio gegen Korruption und hohe Bustarife sowie für eine Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitswesens protestiert. Dabei kam es auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Polizeikräften. Bei den bisher größten Demonstrationen der seit zwei Wochen laufenden Proteste waren am Donnerstag über eine Million Brasilianer im ganzen Land auf die Straßen gegangen.

Für Erzbischof Tempesta haben die Proteste ein ähnliches Anliegen wie der WJT: "Der Weltjugendtag ist ein positiver Event mit der Beteiligung der Jugend." Diese Jugend habe christliche Werte, "die auf eine Veränderung der Welt mit einem Herz voll Gerechtigkeit und Frieden zielen und die damit einen differenzierten Blick auf die hier in Brasilien geforderten Veränderungen geben".

Der Weltjugendtag, an dem auch Papst Franziskus teilnehmen will, findet vom 23. bis 28. Juli statt. Bis zu 2,5 Millionen Teilnehmer werden dazu in Rio erwartet. Für die Sicherheit des Weltjugendtags werden sowohl Polizeikräfte wie auch das Militär verantwortlich sein, teilte das Organisationskomitee mit. Das Sicherheitskonzept sehe den Einsatz von Tausenden Sicherheitskräften vor, darunter Einheiten der bewaffneten Landespolizei "Policia Militar", der städtischen Ordnungspolizei sowie des brasilianischen Militärs.

Quelle: KNA