Kolumbien |

Erzbischof vermittelt im Bandenkrieg von Medellěn

Bogotá. Erzbischof Alberto Giraldo Jaramillo soll im blutigen Bandenkrieg in Medellín vermitteln. Der Oberhirte der zweitgrößten kolumbianischen Stadt gehört zu einer Gruppe von Vertretern der Zivilgesellschaft, die sich zu einer "Kommission für das Leben" zusammengeschlossen haben. Im vergangenen Jahr hat sich die Mordrate in Medellín nahezu verdoppelt. Hintergrund ist ein interner Konflikt eines Netzwerkes von Auftragsmördern, das unter dem Namen "Büro von Envigado" fungiert. Ziel der Kommission ist es, mit den Anführern der verfeindeten Gruppen einen Ausweg aus der Spirale der Gewalt zu finden.

Neben dem Erzbischof gehören unter anderem ein prominenter Ex-Guerillero, ein Vetrauter des Staatspräsidenten Àlvaro Uribe sowie der Friedenskommissar der Regionalregierung der Kommission an. Medellìns Bürgermeister Alsonso Salazar berichtete der Tageszeitung "El Tiempo" von ersten Erfolgen der Verhandlungen: "Seit einigen Tagen registrieren wir einen Rückgang an Toten in dieser Stadt."

Text: tk