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Erzbischof Schick: Kirche ist Hoffnungsträger auf Kuba

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sieht die katholische Kirche auf Kuba im Aufwind. Sie sei in dem "extrem verarmten Land" nach jahrzehntelangem Tätigkeitsverbot "der Hoffnungsträger", sagte Schick am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bamberg nach seiner Rückkehr von einem achttägigen Besuch des Karibikinselstaats. Der Erzbischof ist Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz.

Schick sagte, er habe mit vielen Bischöfen sprechen können und auch Hausbesuche gemacht. Besonders alte Menschen lebten "in unbeschreiblichen Verhältnissen". Millionen Kubaner müssten von weniger als einem Dollar am Tag leben. Wer keine Hilfe von Verwandten in den USA bekomme, sei ganz arm dran. Die Auswanderung halte an, es gingen vor allem junge und gut ausgebildete Leute.

Regierung duldet kirchliche Hilfe

Durch die Abschottung des "Fidel-Castro-Systems" und durch die Blockade durch die USA und Westeuropa seit 1961 sei auch die Kultur verarmt, bilanzierte Schick. Inzwischen dulde die Regierung sowohl kirchliche Bildungsarbeit als auch soziales Engagement für kranke, alte und behinderte Menschen. Dies sei auch eine Folge der Papstbesuche von Johannes Paul II. 1998 und Benedikt XVI. im Jahr 2012.

In den Priesterseminaren in Havanna und Santiago de Cuba studieren laut Schick derzeit rund 70 junge Männer. In den Pfarreien arbeiteten sehr engagierte junge Priester, die aber zum größten Teil aus dem Ausland kämen, vor allem aus Kolumbien. Geistliche und Katecheten versuchten, religiöses Wissen wieder zu vermitteln. Überall habe er gehört, dass ohne die Unterstützung des deutschen Hilfswerks Adveniat diese Arbeit nicht möglich wäre.